Die von der EU gegenüber Microsoft verhängten Auflagen, denen zufolge der Softwareriese eine abgespeckte Version seines Betriebssystems anbieten muss, stoßen führenden PC-Produzenten sauer auf. Dell will seinen Kunden schlicht und einfach PCs, die den Auflagen der EU entsprechen und also ein Windows ohne Media Player und Video-Software installiert haben, gar nicht anbieten, berichtet das Wall Street Journal. Hewlett-Packard (HP) wiederum will Rechner mit der abgespeckten Windows-Variante auf den Markt bringen, glaubt aber nicht an eine große Nachfrage nach den Produkten.
Die Haltung der beiden PC-Produzenten hat Gewicht - ihr Anteil auf dem westeuropäischen Markt beträgt knapp unter 30 Prozent. Dell will die abgespeckte Windows-Variante, für die sich Microsoft mit der EU-Kommission auf den Namen "N" geeinigt hat, seinen Kunden gar nicht zumuten. "Wir werden die Nachfrage von Kundenseite nach dieser Version genau beobachten, aber gleichzeitig unseren Kunden Produkte mit der kompletten Windows-Version, also mit Media Player, anbieten", sagte Dell-Sprecher Venancio Figueroa.
Hewlett-Packard will im Gegensatz zu Dell seinen Kunden beide Windows-Versionen zugänglich machen, glaubt aber aus nahe liegenden Gründen nicht an eine nennenswerte Nachfrage nach "Windows XP Home Edition N". "Wenn es da keinen Unterschied beim Preis gibt, wird es keinen Anreiz geben, die abgespeckte Version zu kaufen", sagte Ingo Juraske, bei HP zuständiger Vize-Präsident für Europa. Microsoft hatte angekündigt, für Windows ohne Media Player genauso viel verlangen zu wollen wie für das vollwertige Betriebssystem. Als Grund dafür gibt der Software-Konzern an, dass es wenig Sinn habe, N billiger als die Vollversion zu verkaufen, da der Media Player ja gratis auf der Microsoft-Homepage zu bekommen sei.
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